2008: Das schmähliche Ende der historischen Hamburger Pfeilerbahn

Zwischen 1903 und 1907 wurde in Hamburg ein 1,7 km langes Eisenbahnviadukt in Backsteinbauweise errichtet. Es verband die Oberhafenbrücke mit den Norderelbbrücken auf der Landzunge zwischen Baakenhafen und Oberhafen und sollte eine kreuzungsfreie und sturmflutsichere Eisenbahnverbindung vom Hamburger Hauptbahnhof nach Süden ermöglichen. In den schönen Bögen befanden sich teilweise Werkstätten der Bahn.
Auf dem Viadukt gab es zunächst auch zwei Haltestellen für Hafenarbeiter ("Oberhafen" und "Elbbrücken"), die später (60er Jahre?) entfernt wurden, möglicherweise als das Bauwerk eine Stahlbetonkrone erhielt.

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Im Januar 2008 begann die Deutsche Bahn mit dem Abriss des bemerkenswerten Bauwerks, ohne dass dies in den Hamburger Medien oder in der Öffentlichkeit besondere Aufmerksamkeit fand. Ob vorher eine Prüfung der Erhaltungswürdigkeit durch die Denkmalsbehörde stattgefunden hat, ist uns nicht bekannt.
Wenige Hamburger (überwiegend wohl Amateurfotografen) nutzten die Gelegenheit, sonntags auf das sonst unzugängliche Eisenbahngelände vorzudringen (vermutlich illegal) und sich von diesem Baudenkmal zu verabschieden. Theodor Stenzel konnte allerdings nur noch ein weit fortgeschrittenes Zerstörungswerk dokumentieren.
Heute ist das Klinkerviadukt durch einen häßlichen, schwarzgrauen Betondamm ersetzt. Im Zustand der 50er - Jahre kann man es noch in der Modellbahnanlage des Museums für Hamburgische Geschichte betrachten.

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